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Gravelbiken: Eine Einführung

Gravelbikes sind ein neues Lebensgefühl. In unserer Einführung wollen wir erklären warum das so ist.

Erst seit ein paar Jahren gibt es Gravelbikes, aber gefühlt ist das Thema in der Fahrradwelt so groß wie kein anderes. Auch auf der Straße beziehungsweise auf den Feldwegen lassen sich immer mehr Gravelbikes erblicken. Dabei ist eigentlich schwer zu sagen, wann genau es nun ein Gravelbike ist. Auch das Thema Bikepacking schwingt immer ein wenig beim Thema Gravel mit. Um ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen, haben wir für dich alle wichtigen Informationen um das Thema Gravel hier zusammengefasst.

Auf einem Gravelbike lässt sich die Natur am besten erfahren.
Auf Schotterpisten wie dieser wurde die Idee des Gravelbikes geboren.

Geschichte: Wo das Gravelbiking herkommt

Wie der Name schon vermuten lässt, kommen Gravelbikes aus den USA. Im kompletten Land der Vereinigten Staaten, aber vor allem im mittleren Westen gibt es unzählige und endlos lange Schotterpisten. Fürs Rennrad waren diese Wege zu Rau, für Mountainbikes zu wenig Offroad. Also etablierten sich über viele Jahre hinweg Rennräder, mit Platz für richtig breite Reifen. Mit diesen konnten die einheimischen Radsportfreund*innen jetzt alle vorhandenen Wege nutzen. Als Geburtsjahr des Gravelbikes wird das Jahr 2015 tituliert. Denn ab diesem Jahr führten einige Hersteller neue Bikes unter dieser Rubrik in ihr Sortiment ein. In den folgenden Jahren fanden Gravelbikes rasenden Zuspruch und eine riesige Fangemeinde weltweit.

Welche Gründe für ein Gravelbike sprechen

Gravelbikes sind aktuell nicht ohne Grund so heiß begehrt, denn sie erfüllen sehr viele Eigenschaften und geben dir ein völlig neues Fahrgefühl. Hier sind fünf Gründe warum Gravelbikes so beliebt sind:

Der erste Grund ist auf jeden Fall der universelle Einsatzbereich von Gravelbikes und das damit verbundene neue Freiheitsgefühl. Denn noch vor ein paar Jahren hast du dich mit dem Kauf eines Fahrrads festgelegt: Straße, Trail oder City. Mit einem Gravelbike geht alles. Der zweite Grund, der für Gravelbikes spricht, ist der Komfort vieler dieser Fahrräder. Besonders zu den sehr ähnlichen Cyclocross-Rädern sind Gravelbikes viel komfortabler und machen auch auf langen Strecken richtig viel Spaß. Das liegt zum einen an der gemäßigten Geometrie und zum anderen an den breiten Reifen, die Vibrationen ordentlich schlucken.

Mit dem Gravelbike die heimischen Wälder erkunden: das ist nur ein Einsatzbereich von Gravelbikes.

Ein weiterer guter Grund ist: Mit einem Gravelbike kannst du deine Heimat neu entdecken. Oft fährt man immer die gleichen Wege und langweilt sich irgendwann. Das betrifft eigentlich alle, die regelmäßig in ihrer Umgebung Radfahren. Mit einem Gravelbike lassen sich aber ganz schnell neue Eindrücke gewinnen und vor allem neue Gegenden entdecken. Einfach der Nase nach starten und an jeder unbekannten Ecke abbiegen, oder einfach mit dem Tourenplaner mal ein anderes Profil wählen. Es lohnt sich eigentlich immer. Mit keinem anderen Fahrrad macht das so viel Spaß, wie mit dem Gravelbike. Daneben ist ein Gravelbike auch ein perfektes Reiserad und öffnet deswegen noch eine weitere Dimension. Egal ob du klassisch mit Gepäckträger und Fahrradtaschen, oder mit einer Bikepacking-Ausrüstung unterwegs sein möchtest: Mit dem Gravelbike geht fast immer beides. Da das Gravelbike an sich schon robuster als viele Rennräder ist, gibt es beim Gesamtgewicht meistens eine sehr hohe Beschränkung der Hersteller. Dadurch kannst du so viel Gepäck mitnehmen, wie du benötigst.

Ein weiterer wichtiger Grund für ein Gravelbike, ist die Verwendung als Winter- und/oder Commuterbike. An vielen Gravelbikes gibt es Aufnahmen für Schutzbleche. Mit der Möglichkeit breitere Reifen zu fahren, sorgen sie außerdem für mehr Sicherheit auf nassen Wegen. Damit eignen sie sich ideal um auch im Winter fit zu bleiben oder beim täglichen Einsatz um zur Arbeit zu kommen.

Als Reiserad ist das Gravelbike nicht nur zu gebrauchen, es ist das ideale Fahrrad dafür.

Aktivitätsspektrum

Gravelbiken

Oft wird die Frage gestellt, wo Gravelbiken denn nun eigentlich anfängt. Diese Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Gravelbiken fängt bei dir selbst an, wenn du Lust hast die Straße zu verlassen, neue Wege zu erkunden oder einfach ein sehr vielfältiges Fahrrad suchst. Gravelbiken fängt da an wo du es willst, sei es auf dem Waldweg, Wanderpfad oder der Schotterpiste hinter deinem Haus. Im Grunde bist du mit einem Gravelbike fast überall gut aufgehoben.

Nun weißt du also wo Gravelbiken anfängt. Aber wo hört es auf? Gibt es ein Limit für Gravelbikes? Auf diese Frage lässt sich leicht eine Antwort finden: Gravelbiken hört auf ausgewiesenen MTB-Pisten, Downhillstrecken und in Bikeparks auf Spaß zu machen. Überall da wo es übertrieben wurzelig wird, sich dir eine große Anzahl mindestens faustgroßer Steine in den Weg stellt und Rampen auf dich zukommen, die dich zusammenzucken lassen. Klar, ein paar Unebenheiten kannst du auch mit dem Gravelbike mal packen. Aber ausgewiesene Mountainbike-Strecken machen über kurz oder lang mit dem Gravelbike nur bedingt Freude.

Gravel, Allroad und Bikepacking: Dass sind die wesentlichen Unterschiede

Die beiden Kategorien Gravel und Allroad werden leider sehr oft als synonym verwendet, dabei verstecken sich unter den Namen verschiedene Einsatzzwecke. Ein Allroad Bike siedelt sich eher im Bereich des klassischen Rennrads an. Es lässt Reifen bis 35 Millimeter zu und ist vor allem für die Straße ausgelegt. Wer aber auch mal abbiegen und über eine Schotterpiste oder durch den nächsten Wald düsen möchte, der kann das mit einem Allroad Bike super tun. Wer aber nicht nur gelegentlich mal vom Asphalt runter will, sondern überwiegend Offroad fährt, zu dem passt ein Gravelbike besser. Es lässt Reifenbreiten bis 40 oder sogar 45 Millimeter zu. Bei manchen Gravelbikes kannst du sogar 650B (27,5 Zoll) Laufräder fahren, wodurch du auch auf richtig ruppigen Wegen entsprechendgut vorankommst. Hinzu kommt, dass bei Gravelbikes oftmals Bohrungen für Schutzbleche und Gepäckträger vorhanden sind, bei Allroad Bikes zumeist nicht.
Diese Aufnahmemöglichkeiten machen auch beim Bikepacking besonders viel Sinn.

Auch auf so manchem Pumptrack lässt es sich mit einem Gravelbike fahren.
Ab durch die Mitte! Mit dem Gravelbike kannst du deine Heimat neu erkunden.

Bikepacking heißt: sportlich, mit direkt am Fahrrad befestigten Taschen durch die Wildniss zu düsen und sein Lager dort aufzuschlagen, wo es dir gerade gefällt. Da passt natürlich ein Fahrrad, mit dem du sowohl sehr schnell voran kommst, als auch so gut wie alle Wege befahren kannst optimal. Bikepacking findet in der Natur statt und genau da bringt dich ein Gravelbike am schnellsten hin. In deinen Bikepacking-Taschen hast du nur Platz für das Nötigste und trotzdem bleibst du schmal und wendig. Und genau darin liegt auch der Reiz beim Bikepacking: mit ganz einfachen Mitteln etwas Grandioses zu erleben.

Aber das muss nicht der Beginn deiner Gravelbike Erfahrung sein. Nach den ganzen Informationen fragst du dich jetzt vielleicht: Was brauche ich alles um mit dem Gravelbiken loszulegen? Diese Frage ist sehr individuell. Aber generell brauchst du nur ein Fahrrad, das breite Reifen aufnehmen kann und mit dem du im Gelände die Kontrolle hast, welches aber auch auf der Straße gut rollt. Im Idealfall ist es ein Gravelbike, aber auch ein Rennrad mit breiten Reifen, oder ein Hardtail mit wenig Profil können als Gravelbike dienen. Daneben machen auch die richtigen Bekleidungsteile wie Trikots und Hosen Sinn, und natürlich auch ein Helm. Mountainbike-Klickpedale mit den dazugehörigen Schuhen können dir besonders in hügeligem- und bergigem Terrain mehr Schubkraft verleihen. Als dritten Punkt empfehlen wir noch ein Navigationsgerät, um deine Gravelrunde optimal planen zu können.

Ordentlich auspowern: das geht mit einem Gravelbike im Gelände ebenfalls richtig gut.

Auf dem Gravelbike kann man auch Rennen fahren

Das Gravelbike wurde wie bereits erwähnt in den USA geboren und schnell etablierten sich auch Gravelbike-Races im ganzen Land. Das bekannteste Gravelbike Rennen ist sehr wahrscheinlich das „Dirty Kanza“, welches seit 2006 jährlich in Emporia Kansas ausgetragen wird. Das Wachstum von Gravelbikes lässt sich daher auch sehr gut an den Teilnehmerzahlen aufzeigen. Bei der ersten Ausgabe versammelten sich 34 Starter*innen und Starter an der Startlinie. Im Jahr 2019 waren es dann mehr als einhundert Mal so viele. Diese Entwicklung setzte sich auch global durch und so ist das Gravelbikes heute eine etablierte Kategorie von Fahrrädern. In den USA gibt es aber auch noch viel viel mehr Gravelbike-Rennen.

Die Gravel-Community wächst und mit ihr die Veranstaltungen. Auf solchen Events kannst du andere Graveler*innen und Regionen kennenlernen.

Anders sieht es da in Deutschland aus. Hier haben sich vor allem gemütlichere Gravel Events etabliert. Diese Veranstaltungen sind keine ausgewiesenen Rennen, weisen aber zum Teil einen Renncharakter auf. Ein gutes Beispiel dafür ist das der Hanse Gravel. Dabei gilt es von Hamburg nach Stettin über die schönsten Gravelpisten des Nordens zu fahren. Insgesamt sind das dann am Ende 605 Kilometer.

Daneben haben sich aber auch mehrtägige Gravel Events etabliert, die neben dem reinen Graveln auch die Gemeinschaft zelebrieren. Allen voran steht hier das Gravel Fondo, welches eines der ersten Events dieser Art in Deutschland war. Seit 2016 feiert das Gravel Fondo mit der Schottergemeinschaft jedes Jahr ein großes Happening.


Fazit

Zusammenfassend können wir festhalten, Gravelbikes sind nicht nur ein Trend, sondern bereits jetzt eine etablierte Kategorie im Radsport. Gravelbikes vereinen viele Vorteile zu einem „Do it all“ Bike, was sie besonders für alle interessant macht, die breit aufgestellt sein wollen. Von Rennradtouren über Schotterpisten Rodeos und Gravel Rennen, bis hin zu langen Bikepacking Abenteuern lässt sich mit einem Gravelbike fast alles anstellen. Da es unterschiedliche Anbieter und Modelle gibt, ist für jeden spezifischen Anwendungsfall das passende Gravelbike dabei.


Auf zu neuen Ufern: ein Gravelbike bietet ein neues Fahr- und Freiheitsgefühl. Genau deswegen lieben wir es so.